- Einleitung
Die Namensgebung einer Schule ist ein wichtiger Schritt in Ihrer Identitätsbildung und
Außenwirkung. Sie soll Orientierung bieten, Werte vermitteln und das pädagogische Profil
unterstreichen. Die Wahl von „Hildegard von Bingen“ als Namensgeberin für unsere Oberschule
reflektiert sowohl das angestrebte naturwissenschaftliche Profil der Schule als auch eine ganzheitliche
Bildungsphilosophie. - Hildegard von Bingen – Leben und Bedeutung
Hildegard von Bingen (1098–1179) war eine vielseitige Gelehrte des Mittelalters, die als
Benediktinerin, Naturwissenschaftlerin, Heilkundlerin, Komponistin und Theologin wirkte. Ihre
umfangreichen Arbeiten zur Medizin, Pflanzenkunde und Naturwissenschaften sind bis heute von
wissenschaftlichem Interesse. Sie vertrat einen ganzheitlichen Ansatz, der Wissenschaft und Ethik
miteinander verband.
Ihre Forschung zur Heilkunde, ihre Erkenntnisse über Natur und Gesundheit sowie ihre innovativen
Ideen im Bereich der Wissenschaft machen sie zu einer herausragenden historischen Figur, deren
Name eine zukunftsorientierte, naturwissenschaftlich geprägte Schule hervorragend repräsentieren
kann. - Bezüge zum naturwissenschaftlichen Schulprofil und schulischen Leitlinien Die Wahl von Hildegard von Bingen als Namenspatronin unterstützt die angestrebte naturwissenschaftliche Ausrichtung der Schule in mehrfacher Hinsicht:
allgemein:- Projektorientiertes Lernen im naturwissenschaftlichen Bereich (z.B. Heilpflanzenkunde,
Gesundheit und Umweltwissenschaften) - Fächerübergreifende Unterrichtskonzepte (Verknüpfung von Naturwissenschaft, Geschichte,
LER, Musik) - Förderung eines forschenden und reflektierenden Lernansatzes
konkret: - Naturwissenschaft und Heilpflanzenkunde: Hildegard von Bingen war eine Vorreiterin der
wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Pflanzen und ihrer Wirkung auf die menschliche
Gesundheit. Dies bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für den Biologie-, Chemie- und
Hauswirtschaftsunterricht. In der pädagogischen Umsetzung sind hier fächerverbindende
Projektwochen denkbar, in welchen Pflanzen gezogen, geerntet und verarbeitet werden (u.a.
Tees, Cremes). Dies erlaubt auch eine Verbindung zur Berufsorientierung, da dann
gleichermaßen heutige Berufsfelder (Pharmazie, Garten- und Landschaftsbau, Floristik,
Lebensmitteltechnik / -chemie) beleuchtet werden. - Ganzheitliches Denken: Sie betrachtete den Menschen in Verbindung mit seiner Umwelt und
propagierte ein interdisziplinäres Wissenschaftsverständnis. Dies kann die Verknüpfung von
Naturwissenschaften mit Ethik, Philosophie und Gesellschaftslehre fördern (Bezug zu den
Fächern LER, Geschichte, politische Bildung). - Historische Bedeutung der Wissenschaft: Ihre Forschungen veranschaulichen die
Entwicklung naturwissenschaftlichen Denkens im Mittelalter und zeigen, wie Wissenschaft
unabhängig von Zeit und gesellschaftlichen Normen innovativ sein kann. Dies kann in der
Unterrichtsgestaltung genutzt werden, um den Schülern historische Wissenschaftsprozesse
verständlich zu machen. - Frauen in der Wissenschaft: Hildegard von Bingen war eine der wenigen Frauen des
Mittelalters, die sich in einem männlich dominierten Wissenschaftsfeld behauptete. Ihr
Beispiel kann Schülerinnen und Schülern als Inspiration dienen und zur Förderung von
Mädchen in den MINT-Fächern beitragen.
- Projektorientiertes Lernen im naturwissenschaftlichen Bereich (z.B. Heilpflanzenkunde,
- Wertevermittlung und Identifikation
Neben der fachlichen Ausrichtung vermittelt der Name „Hildegard von Bingen“ auch Werte wie:- Neugier und Forschergeist: Ihre Entdeckungen und naturwissenschaftlichen Erkenntnisse
stehen für einen offenen und forschenden Geist, den unsere Schule bei den Schülerinnen und
Schülern fördern möchte. - Verantwortung für Natur und Umwelt: Ihre Heil- und Pflanzenkunde betont den
respektvollen Umgang mit der Natur – ein Wert, den die Schule in Zeiten des Klimawandels
und der Umweltbildung besonders betonen kann. - Interdisziplinarität: Hildegard von Bingen verknüpfte verschiedene Fachgebiete
miteinander – ein Ansatz, der auch in modernen Bildungsprozessen immer wichtiger wird.
- Neugier und Forschergeist: Ihre Entdeckungen und naturwissenschaftlichen Erkenntnisse
- Rechtliche Aspekte der Namensgebung
Es bestehen keine rechtlichen Bedenken gegen die Wahl des Namens „Hildegard von Bingen“ für die
Oberschule. Sie ist eine historisch anerkannte, gemeinfreie Person, deren Name nicht markenrechtlich
geschützt ist. Da sie bereits Namensgeberin verschiedener Einrichtungen (z.B. Schulen, Kliniken) ist,
existiert eine klare Tradition ihrer Verwendung in der öffentlichen Bildung. Zudem ist keine
Verwechslungsgefahr mit bestehenden Institutionen gegeben, sodass dieser Name ein weiteres
Alleinstellungsmerkmal unserer Schule werden kann. - Fazit
Die Wahl von „Hildegard von Bingen“ als Namensgeberin der Oberschule stellt eine bereichernde
Entscheidung dar, die sowohl das naturwissenschaftliche Profil der Schule stärkt als auch eine
inspirierende historische Persönlichkeit würdigt. Ihr Wirken und ihre wissenschaftlichen
Erkenntnisse bieten eine fundierte Grundlage für eine zukunftsorientierte Schulentwicklung und
nachhaltige Bildungsarbeit.
Durch gezielte Verankerung ihrer Ideale im Schulkonzept wird sichergestellt, dass die Namensge-
bung nicht nur symbolischen Charakter hat, sondern aktiv zur pädagogischen Ausrichtung beiträgt.
Unser Schulprogramm

